Heilung nach traumatischen Unfall

Heilung nach einem traumatischen Autounfall – ein Arztbericht

Doris ist eine 78-jährige Frau. Im November 2015 erlitt sie bei einem Autounfall lebensgefährliche Verletzungen. Doris erinnert sich, wie sie die Straße entlang fuhr, sich auf eine Kurve vorbereitete und eine laute Stimme in ihrem Kopf sagte: „Du wirst sterben!“.

Doris schrie: „Nein!!!!“ Im selben Moment fragte sie sich, warum sie laut schrie, denn sie war allein im Auto. Das nächste, woran sie sich erinnert, ist das Aufwachen im Krankenhaus. Sie lag mehr als sechs Tage im Koma.

Doris erlitt traumatisch verlagerte Frakturen von drei Rippen, zwei Halswirbelfrakturen sowie eine Fraktur und Dislokation des linken Schlüsselbeins. Sie hatte auch schwere traumatische Hirnverletzungen und intrakranielle Blutungen durch ein schweres Kopftrauma. Ihre Tochter berichtete, dass Doris, während sie im Krankenhaus war, erwähnte, dass ihre verstorbene Mutter sie besuchen würde. Die Tochter fragte Doris, was Großmutter wollte, und Doris sagte: „Sie will, dass ich mit ihr gehe.“ Doris hatte ihrer Mutter geantwortet: „Ich bin nicht bereit zu gehen.“

Nach einem Monat im Krankenhaus wurde Doris in eine Pflegeeinrichtung entlassen, wo sie für 3-½ Monate blieb. Sie brauchte Hilfe bei allen täglichen Aktivitäten des Lebens, wie Baden und Ankleiden, Hilfe bei Transfers und Hilfe beim Toilettengang. Sie benötigte einen Rollstuhl und später eine Gehhilfe. Doris wollte keine narkotischen Schmerzmittel nehmen. Während der Rekonvaleszenz im Pflegeheim entwöhnt sie sich von allen Opiaten.

Sieben Jahre vor der Autokollision hatte Doris ein zweigefäßiges Koronararterien-Bypass-Transplantat mit Aortenklappenersatz. Seit ihrem Bypass-Transplantat hatte sie keine Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit. Durch die mehrfachen Rippenbrüche war die Atmung jedoch recht schmerzhaft und die Schmerzen in der Brust manchmal fast unerträglich geworden.

Nach der Entlassung aus der Pflegeeinrichtung ging Doris im Jahr 2015 einmal wöchentlich in den Blu Room. Ihr Fortschritt war allmählich, sie konnte nicht mehr fahren, sie brauchte noch viel Hilfe, alle ihre Bewegungen waren sehr langsam, ihr Gleichgewicht war gestört und ihr Gedächtnis schlecht.

Im Jahr 2016 konnte sie den Blu Room jeden Tag für zwei Wochen nutzen. Als sie diese zwei Wochen der täglichen Blu Room Besuche begann, brauchte sie Hilfe, um sich auf den Tisch legen zu können und konnte nicht alleine aufstehen. Nach zwei Wochen täglichem Blu Room Besuch hatte sie deutlich weniger Schmerzen und konnte selbst aufstehen. „Ich bin fast allein vom Tisch gesprungen!“, sagt sie stolz.

Doris erlebte einen enormen Unterschied mit verminderten Schmerzen durch regelmäßigen Blu Room Gebrauch, was eine Erleichterung war, die in Worten nicht auszudrücken sind.

Chronische Schmerzen können eine verheerende Erfahrung für Patienten sein, was oft zu schweren Depressionen, Hoffnungslosigkeit und erheblich eingeschränkter Funktionalität im Leben führt. Der Schmerz kann zu einer lebensaufreibenden Erfahrung des Leidens werden. Das Geschenk von der im Blu Room erlebten Erleichterung –  ohne die Notwendigkeit von  Schmerzstillenden Drogen ist vom unsagbaren Wert für Doris gewesen.

Da die Rippenbrüche verschoben waren, konnten sie nicht richtig heilen, und sie hatte immer noch erhebliche Schmerzen bei Bewegung, Gehen, Liegen und jeder Positionsänderung. Doris war entschlossen, keine chronischen Schmerzmittel einzunehmen, weil sie die Nebenwirkungen der Trübung ihres Geistes und ihrer Denkfähigkeit nicht wollte.

Nach dem Autounfall wurde ihr empfohlen, sich einer neurochirurgischen Behandlung der beiden Wirbelbrüche im Nacken zu unterziehen. Doris lehnte ab und konnte ihre Heilung ohne Operation fortsetzen. Sie war mehrere Monate in einer harten Halskrause. da die Knochen ausgekugelt waren konnten  ihre Rippenbrüche nicht vollständig heilen. Die linke Schlüsselbeinfraktur verursachte ihr  beim Liegen Schmerzen. Sie fühlte gelegentlich eine Kompression des Weichgewebes in ihrem Nacken, die ihr sogar ein Erstickungsgefühl gab. Zuletzt hat sich Doris Anfang 2018 bei einer Neubewertung durch einen Chirurgen gegen einen chirurgischen Eingriff in ihrem Alter entschieden. Sie zieht es vor, sich selbst zu heilen.

In der Tat, ihre rechte Schulter hatte erheblich eingeschränkt Mobilität durch frühere Verletzungen durch den Unfall. Seit dem Start des Mercy Blu Room Programms hat sie einen größeren Bewegungsumfang in ihrer rechten Schulter entwickelt. Jetzt kann sie ihren Arm und ihre Schultern heben, nach Dingen greifen und ihr eigenes Haar kämmen.

Ihre Beweglichkeit in den Armen und im Oberkörper hat sich seit April 2018 so stark verbessert, dass Doris wieder fahren kann. Seit dem Unfall war sie dazu körperlich nicht mehr in der Lage. Doris benutzt auch keinen Walker mehr. Sie ist vorsichtig, nicht zu fallen, und sie bewegt sich langsam, aber gut genug, um kein Hilfsmittel benutzen zu müssen. Sie kämpft für ihre Unabhängigkeit. Sie will allein ihr Leben meistern. „Ich putze die Ecken“, das heißt, sie putzt ihr Haus ein wenig und setzt sich dann hin und ruht sich aus, aber sie macht alles selbst. Sie kann sogar ihren eigenen Staubsauger benutzen. Nur jemand mit ihrem Leidensweg versteht, was für ein Wunder das ist.

Viele Monate lang hatte Doris wegen anhaltender Schmerzen Schlafprobleme. Ihr Schlaf hat sich mit ihren Blu Room Besuchen deutlich verbessert. Sie sagt stolz: „Jetzt schlafe ich wie ein Murmeltier!“

Doris spürt, dass ihre Stimmung aufgehellt ist, und sie ist viel besser drauf. Es ist eine außergewöhnliche Leistung solch eine bewusste optimistische und enthusiastische Einstellung zu bewahren, wenn das körperliche Leiden so lange andauert.

Während ihrer gesamten Reise hat der Blu Room Doris signifikant und auf vielen Ebenen ihres Seins geheilt. Doris fühlte, dass der Blu Room ihr half, die Begeisterung für das Leben wiederzuerlangen und ihre Entschlossenheit zu unterstützen, diese Herausforderung bewusst, emotional und körperlich zu meistern.

Doris hat ihren Fokus benutzt, um sich ständig selbst zu heilen. Durch die schwere Hirnverletzung hatte sie einen erheblichen Gedächtnisverlust und Gleichgewichtsstörungen entwickelt. Allmählich verbesserte sich ihr Gedächtnis mit der fortgesetzten Nutzung des Blu Rooms. Doris ist in den Blu Room gegangen, mit spezifischen Absichten wie der Heilung ihres Gehirns von Gedächtnisverlust. Sie arbeitete fleißig mit ihrem heilenden Fokus im Blu Room und bemerkte, dass ihre Konzentrationsfähigkeit verbessert und vertieft wurde.

Doris stellt fest, dass auch sie eine tiefgreifende Persönlichkeitsveränderung erfahren hat. Sie war in der Lage, anderen mehr zu erlauben so zu sein wie sie sind. Sie liess die Kontrolle in ihrem Leben los. Doris ist überzeugt,  dass ihr diese außerordentliche Herausforderung, von diesem Autounfall zu überleben und ihre körperliche und geistige Funktion zu verbessern, ihr Weisheit und Frieden gebracht hat. Der Blu Room hat sie dabei unterstützt, diesen friedlichen Platz in ihrem täglichen Leben zu halten.

Mit 78 Jahren wundert sich Doris über ihre eigene Genesung, ihre Entschlossenheit zu heilen. Sie  ist stolz darauf, dass sie selbstständig lebt und für sich selbst sorgt.

Im Laufe der Jahre seit dem Unfall war es ihr Ziel, ihr eigenes Leiden zu meistern. Das schelmische Funkeln in ihren Augen zeigt ihr, dass sie es tut! Doris ist überzeugt, dass der Blu Room ein großartiges Geschenk war, um ihre Heilung und Rehabilitation für ein funktionierendes Leben zu unterstützen.

Ana Maria Mihalcea, M.D.

Leitender Arzt, Mercy Blu Room Programm